Die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in New York wird für Fans von unerwartet hohen Transportkosten getrübt. Die reguläre 30-minütige Zugfahrt von Manhattan zum MetLife Stadium in New Jersey und zurück, die normalerweise 12,90 Dollar kostet, wird während des Turniers auf astronomische 150 Dollar ansteigen. Auch Parktickets sind mit 225 Dollar für ein nahegelegenes Einkaufszentrum extrem teuer. Das MetLife Stadium ist Schauplatz wichtiger Spiele, darunter ein Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Ecuador am 25. Juni, sowie Partien von Frankreich und England. Diese Preisgestaltung trifft Zuschauer hart und weicht stark von üblichen Konditionen ab.
Im Gegensatz zu früheren Großereignissen wie der WM 2022 in Katar und der EM 2024 in Deutschland, wo Fans mit einem gültigen Spielticket den öffentlichen Nahverkehr kostenlos nutzen durften, gibt es in New York keinerlei Ermäßigungen – nicht einmal für Kinder oder Rentner. Diese Preispolitik erstreckt sich auch auf andere Austragungsorte in den USA: In Boston müssen Fans für eine Busfahrt zum Stadion und zurück 95 Dollar, für die Bahn 80 Dollar bezahlen. Thomas Concannon von der britischen Fanvertretung Football Supporters’ Association (FSA) bezeichnete diese Preise gegenüber der BBC als „astronomisch“ und betonte, dass sich Fans „nicht unwillkommener fühlen könnten“.
Die überhöhten Kosten haben bereits internationale Proteste ausgelöst. Die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers und das Fannetzwerk Football Supporters Europe haben bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen den Weltverband Fifa eingereicht. Hauptkritikpunkte sind die als zu hoch empfundenen Ticketpreise – so sollen Finaltickets ab 4000 US-Dollar kosten – und der mutmaßliche Missbrauch der Monopolstellung der Fifa, um Fans überhöhte Preise und unfaire Bedingungen aufzuzwingen. New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill hatte die Fifa ebenfalls aufgefordert, die Nahverkehrskosten für Fans zu übernehmen. Die Fifa lehnte dies jedoch ab, mit der Begründung, es sei bei „keinem anderen Großereignis“ im MetLife Stadium bekannt, dass Veranstalter den Fantransport bezahlt hätten.
Diese Entwicklung wirft einen Schatten auf die kommende Fußball-WM in Nordamerika und stellt Fans vor eine erhebliche finanzielle Herausforderung. Die hohen Transport- und Ticketpreise könnten die Zugänglichkeit und die Atmosphäre des Turniers beeinträchtigen, insbesondere für internationale Reisende und Familien. Die Debatte um bezahlbaren Zugang zu Sportgroßereignissen gewinnt angesichts dieser „astronomischen“ Preise weiter an Bedeutung und fordert Fans auf, sich umfassend über die zu erwartenden Kosten zu informieren, bevor sie ihre Reise planen.

