Papst Leo XIV. hat auf seiner Afrikareise in Kamerun eine unmissverständliche Verurteilung jeder Form von Kriegstreiberei und gewaltsamen Konflikten ausgesprochen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche beklagte, dass die Welt von einer „Handvoll Tyrannen“ zerstört werde, während solidarische Menschen sie aufrechterhielten. Er hob die verheerenden, oft jahrzehntelangen Folgen von Kriegen hervor, die in einem Augenblick zerstören, aber ein ganzes Leben für den Wiederaufbau benötigen und Milliarden kosten. Obwohl der Papst keine direkten Akteure nannte, standen seine Äußerungen im Kontext eines wachsenden Konflikts mit der US-Regierung.
Dieser Streit eskalierte, nachdem US-Präsident Donald Trump den Papst für dessen Friedensappelle scharf kritisiert hatte. Papst Leo XIV., der erste US-Amerikaner als Kirchenoberhaupt, betonte jedoch, sich nicht vom Weißen Haus einschüchtern zu lassen. Trump verteidigte seine Kritik, indem er erklärte, er müsse tun, was richtig sei, und bezeichnete den Papst in geopolitischen Fragen als naiv. Zuvor hatte Trump dem Papst via soziale Medien mangelndes Engagement gegen Kriminalität und Sympathien für die politische Linke vorgeworfen, worauf der Papst Trumps Drohung, die iranische Zivilisation zu „vernichten“, als „inakzeptabel“ gegeißelt hatte.
Auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth geriet in die Kritik des Papstes. Hegseth hatte kritische Journalisten mit Pharisäern verglichen und ihnen vorgeworfen, die „Trump hassende Presse“ zu sein, die nur Negatives suche. Papst Leo XIV. verurteilte daraufhin auf X scharf die Manipulation von Religion und Gottes Namen für militärische, wirtschaftliche und politische Zwecke. Sowohl Trump als auch Hegseth nutzten im Kontext des Irankrieges zunehmend christliche Rhetorik, bezeichneten die Rettung abgeschossener Piloten als Wunder oder beteten für „überwältigende Gewalt“ gegen Feinde.
In den USA wachsen indes die Zweifel an der Religiosität des Präsidenten. Eine Umfrage ergab, dass 70 Prozent der Bürger Trump für nicht oder kaum religiös halten; nur fünf Prozent stuften ihn als „sehr religiös“ ein. Selbst unter seinen eigenen Anhängern, wie Republikanern und weißen Evangelikalen, ist die Überzeugung von Trumps tiefer Religiosität gering. Der US-Präsident hatte zuletzt mit einem auf sozialen Medien verbreiteten Bild provoziert, das ihn selbst als Jesus Christus darstellte, was die Debatte um seine Glaubwürdigkeit weiter anheizt und die Spannungen mit der päpstlichen Haltung verdeutlicht.
